Sicherheit muss täglich neu erarbeitet werden

Auf großes Interesse ist die Veranstaltung „Sicherheit in Geislingen“ im Sparkassensaal am Sternplatz gestoßen. Der Geislinger Landtagsabgeordnete Sascha Binder hatte dazu den Leiter des Geislinger Polizeireviers Polizeioberrat Jens Rügner und Thomas Wulf von der Mobilen Jugendarbeit eingeladen, die umfassend über die Sicherheits- und Präventionsarbeit in Geislingen informierten. In seinem Grußwort hat das Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Göppingen Klaus Meissner, auf die Bedeutung des Themas Sicherheit für die Kreissparkasse hingewiesen. Sascha Binder betonte wie wichtig das subjektive Sicherheitsgefühl für die Bewertung der öffentlichen Sicherheit ist: „Sicherheit muss täglich neu erarbeitet werden und vieles von dem was dazu beiträgt, Angsträume zu beseitigen, spielt sich im Hintergrund ab. Die Arbeit die dabei geleistet wird, kann nicht häufig genug gewürdigt werden.“ Daher sei auch seine Veranstaltung an diesem Abend nicht nur eine Gelegenheit zur Information, sondern auch eine öffentliche Würdigung der vielfältigen Präventionsarbeit in Geislingen, bei der Polizei, Stadtverwaltung und soziale Präventionsarbeit hervorragend zusammenarbeiten. Welche Ansätze und Ziele dies sind, war dann Gegenstand der Berichte aus der Praxis. Der Geislinger Polizeichef Jens Rügner macht mit seinem Vortrag den Anfang, in dem er Anhand von Zahlen darlegte, dass man in Baden-Württemberg im Allgemeinen und in Geislingen im Besonderen sicher lebt. Zugleich erläuterte er, wie er vor allem in Kooperation mit dem Ordnungsamt versucht frühzeitig und vorbeugend auf sich entwickelnde Probleme zu reagieren, in dem Aktionsschwerpunkte identifiziert werden und gemeinsam Konzepte entwickelt werden, um diese Sicherheitsschwerpunkte adäquat abzuarbeiten. Diese Arbeit schlägt sich nicht nur in der Kriminalitätsstatistik und der Aufklärungsquote nieder, sondern sie wirkt auch in den öffentlichen Raum und damit auch in das Sicherheitsempfinden der Menschen hinein. Im Anschluss daran erläuterte Thomas Wulf seine Sicht auf das Thema, die sich zwar vom Ausgangspunkt der Überlegungen und von den Mitteln von den Ansätzen der Ordnungsbehörden unterscheidet, aber dennoch viel zur Sicherheit beitragen kann. Wulf erläuterte, dass er sich vorrangig als Anwalt der Jugendlichen versteht und darauf angewiesen ist, dass diese ihm vertrauen. Aber auch von diesem Ansatzpunkt aus, kann viel getan werden, um Jugendliche zu stärken, damit sie, zwar unterstützt, aber aus innerem Antrieb den richtigen Weg finden. Wulf betonte, dass seine Arbeit, auch im besten Fall die Polizeiarbeit nicht ersetzen kann, dennoch ist er überzeugt, dass wenn, wie in Geislingen auch praktiziert, die Präventionsarbeit auf möglichst viele Schultern verteilt wird und mit sehr vielfältigen Ansätzen betrieben wird, am Ende die Gesellschaft am meisten profitiert. In der abschließenden Diskussion wurden durch Nachfragen aus dem Publikum einzelne Aspekte aus den beiden Berichten näher beleuchtet, dabei wurde deutlich, dass mit konsequentem und schnellen Handeln dem Recht und Gesetz im Land am besten gedient wird. Dafür sind nicht unbedingt schärfere Gesetze nötig, sondern vor allem mehr Personal bei Polizei, Justiz und auch in der sozialen Präventionsarbeit, macht Binder, der für die Sicherheitspolitik in der SPD Landtagsfraktion zuständig ist, deutlich. Es sei wichtiger sicherzustellen, dass Gesetzesübertritte schnell Konsequenzen nach sich ziehen, statt Strafen zu verschärfen und man sollte stets im Blick behalten, dass pauschale Urteile zwar einfacher sind, aber unserem Rechtsstaat nicht gerecht werden und diesen auf Dauer untergraben.

Tags: , , ,

Abonnements

Abonnieren Sie unseren Newsfeed.