Schwerpunktthema Weiterbau B 10 und B 466

Die B 10 verläuft von Stuttgart kommend über Göppingen und Geislingen nach Ulm. Sie ist eine wichtige West-Ost Verbindung im Straßennetz Baden-Württembergs und zugleich Hauptverkehrsachse des Filstals.

Für den wirtschaftlich schwächeren östlichen Teil des Landkreises Göppingen spielt der Neubau der B 10 eine wesentliche Rolle bezüglich einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur. Während gegenwärtig über 30.000 Kraftfahrzeuge am Tag mit hohem Schwerverkehrsanteil die Ortsdurchfahrten belasten, würde der Neubau eine Entlastung von bis zu 78% bedeuten.

Im Landkreis Göppingen hat sich eine Allianz aus Bürgerschaft, Politik und Wirtschaft gebildet, um die Fertigstellung der verbliebenen Bauabschnitte der Maßnahme voranzutreiben. Mit Ausnahme der Grünen stehen alle politischen Kräfte für einen Ausbau über Geislingen hinaus.

Bereits Mitte der fünfziger Jahre waren erste generelle Entwürfe für eine Umgehung der Ortsdurchfahrten und eine damit verbundene Entlastung der Bevölkerung erarbeitet worden. Es folgte eine exaktere Linienfestlegung 1967  und eine erste Genehmigung des Vorentwurfs 1989, sowie dessen Fortschreibung 1994. Der Planfeststellungsbeschluss trat schließlich im März 1998 in Kraft. Nach einer Kostenfortschreibung der Gesamtmaßnahme 2001 erfolgte der Baubeginn des ersten Bauabschnittes (B 10 Göppingen/Ost – Süßen/Ost, Ortsumgehung Eislingen einschließlich K 1404 Querspange Salach). Der Verkehr wurde schlussendlich im Juni 2006 freigegeben. Nach einer Kostenfortschreibung des zweiten Bauabschnittes (B 10 vom Anschluss K 1404 bis Süßen/Ost, B 466 vom Anschluss Süßen/Ost bis Anschluss B 10 alt) 2008, folgte im Juli desselben Jahres der erste Spatenstich. Seit 19. September 2011 ist auch der zweite Bauabschnitt eröffnet. Beide Bauabschnitte wurden durch den Einsatz von Walter Riester ermöglicht. Dies ist über Parteigrenzen hinweg anerkannt.

Trotz der bereits erfolgreichen Beendigung der Bauabschnitte eins und zwei, fehlt noch immer rund ein Drittel des planfestgestellten Bereichs der B 10 / B 466. 22 Kilometer Neubau in 22 Jahren zeigen, wie zögerlich der Neubau vorankommt. Die Bauabschnitte drei (B 10 Süßen/Ost – Gingen/Ost) und vier (B 466 Süßen – westlich Donzdorf)  sind im Investitionsrahmenplan 2011-2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes (IRP) enthalten, dennoch sind sie im Bundeshaushalt weiterhin nicht finanziert.

Die volle entlastende Wirkung für Süßen und Gingen tritt jedoch erst mit Fertigstellung des Gesamtprojekts ein, da durch die Übereckbeziehung zur B 466 in Richtung Heidenheim das Süßener Nadelöhr an der „Löwenkreuzung“ zumindest teilweise bestehen bleibt. Beide Abschnitte sind im IRP als getrennte Abschnitte gelistet. Allerdings müssen beide Abschnitte aufgrund des Massendefizits im dritten Bauabschnitt und des Massenüberschusses im vierten Bauabschnitt gemeinsam gebaut werden.

Die Bauabschnitte drei und vier sind inzwischen vom Land in der Liste der Priorisierungen günstig platziert worden. Die vollständige Liste der im Rahmen der Priorisierung berücksichtigten Straßen finden sie hier. Eine Erklärung für die Bewertungskriterien hat das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur in diesem Dokument zusammengestellt. In den Projektsteckbriefen zu den einzelnen Straßen sind auch die wichtigsten Informationen zum Weiterbau der B 10 und B 466 zusammengefasst. Die dazugehörigen Informationen sind hier hinterlegt.

Gänzlich unklar ist, wie es nach der Fertigstellung der Bauabschnitte drei und vier weiter geht. Die aktuelle Planung umfasst den Neubau der B 10 zwischen Gingen Ost und Geislingen Ost. Mit der Neubaustrecke werden die bestehenden Ortslagen Kuchen und Geislingen südwestlich umfahren und die Ortsdurchfahrten ersetzt. Die Länge der Neubaustrecke beträgt 7.450 m, davon verlaufen 2.494 m im Tunnel und 613 m auf Brücken. Aktuell ist die Vorplanung abgeschlossen. Derzeit wird der Vorentwurf erstellt. Die Anschlussstelle Gingen Ost muss infolge eines Wildtierkorridors aus dem Generalwildwegeplan neu geplant werden.