Bei seinem Besuch in Eschenbach hat sich der Geislinger Landtagsabgeordnete Sascha Binder (SPD) vor kurzem mit Bürgermeisterin Simone Staib über die Lage der Gemeinde ausgetauscht und anschließend die Werkstatt der Lebenshilfe besucht. Mit dabei war auch Steffen Weißbeck vom SPD-Ortsverein Voralb.
Im Gespräch mit der Bürgermeisterin wurde die angespannte Haushaltslage der Gemeinde deutlich: Vor allem die Kreisumlage belaste Eschenbach spürbar, während die Gewerbesteuereinnahmen 2026 voraussichtlich geringer ausfallen als ursprünglich erwartet. Nennenswerte Rücklagen fehlen, sodass selbst Einschnitte bei freiwilligen Leistungen die Lücke nicht schließen können. „Wenn das Land den Kommunen neue Aufgaben überträgt, muss es auch die nötige Finanzierung mitliefern – alles andere geht am Ende zulasten der Menschen vor Ort“, so Binder mit Blick auf wichtige kommunale Aufgaben etwa bei der Digitalisierung von Schulen.
Zudem stellt die Überbelegung von Wohnraum auch in Eschenbach ein konkretes Problem dar. Dazu fehle es bislang jedoch an klaren gesetzlichen Vorgaben, wie viele Personen auf welcher Wohnfläche untergebracht werden dürfen. Eine Lücke, die auch andernorts Städte und Gemeinden vor Herausforderungen stellt. „Kommunen brauchen endlich eine klare rechtliche Grundlage, um bei Überbelegung handeln zu können, statt Probleme nur zu verwalten“, betont Sascha Binder.
Beim anschließenden Besuch der Lebenshilfe-Werkstatt eröffneten Geschäftsführer Thomas Bassmann, Werkstattleiter Dieter Rommel-Abraham und Standortleiterin Renate Strienz spannende Einblicke in den Alltag der größten Lebenshilfe-Werkstatt der Region. In der erst im Mai bezogenen Fördergruppe erhalte jede Klientin und jeder Klient eine individuelle Förderung. „Der gute Betreuungsschlüssel und die wichtige individuelle Arbeit zeigen, wie ernst hier jeder einzelne Mensch genommen wird“, zeigte sich Binder beeindruckt von dem Engagement. Außerdem gebe es vor Ort integrierte IHK-Lehrgänge, die vom Gastgewerbe bis zur Kindertagesstätte reichen und Übergänge in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen sollen.
Zum Abschluss seines Besuchs kündigte Binder an, die Themen aus Eschenbach mit nach Stuttgart zu nehmen und sich dort weiter dafür starkzumachen. „Faire Finanzen für die Kommunen, klare Regeln gegen überbelegten Wohnraum und mehr Rückenwind für soziale Träger – das sind die Aufträge, die ich aus Eschenbach mitnehme“, so Binder.